Kongress 2023

12. Schweizerischer Kongress der Mediation SDM

Freitag, 16. Juni und Samstag, 17. Juni 2023
SwissTech Convention Center Lausanne

Mediation: Schlüsselkompetenz für eine Gesellschaft im Umbruch

Die Gesellschaft ist im Umbruch. Die zunehmende Komplexität unserer vernetzten Welt führt zu Konflikten auf allen Ebenen: Geopolitische Spannungen auf dem Planeten entladen sich im Krieg in Europa; gleichzeitig bringen die gesellschaftliche Polarisierung und wachsende Herausforderungen in der Arbeitswelt belastende Konflikte bis in unsere Familien und privaten Beziehungen. Inmitten dieser spannungsreichen Zeit etabliert sich Mediation als unabdingbare Schlüsselkompetenz, um Konflikten auf all diesen Ebenen zu begegnen.

Rückblick

Der 12. Mediationskongress FSM war für uns ein voller Erfolg. Unter dem Titel «Mediation: Schlüsselkompetenz für eine Gesellschaft im Umbruch» gab sich dieser Kongress drei Ziele:

  1. Beleuchtung der wichtigen Rolle der Mediation zur Konfliktbearbeitung auf allen Ebenen – vom Streit in der Familie und am Arbeitsplatz bis hin zu gesellschaftlicher Polarisierung und internationalen Konflikten.
  2. Wirkung über den Kreis der MediatorInnen hinaus, in Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Medien und Politik.
  3. Qualitativ hochstehende Angebote zur Weiterbildung und Netzwerkmöglichkeit für die Teilnehmenden. 

Programm

34 Speaker:innen und Workshopleitende sorgten für ein inspirierendes und abwechslungsreiches Programm: 

Der erste Kongresstag wurde mit zwei Keynotes eröffnet: Sandra Heiland (Global Head People Relations, Roche) erläuterte die Herangehensweise eines globalen Unternehmens an Konfliktprävention und Konfliktbearbeitung – eine Inspiration für Arbeitgeber jeder Grösse. Botschafter Simon Geissbühler (Leiter Abteilung Frieden und Menschenrechte, EDA) teilte Einblicke in die Friedensmediation der offiziellen Schweiz und die Herausforderungen, welche die spannungsreichen geopolitischen Entwicklungen an ein neutrales Land stellen. 

In einem zweiten Teil wurde die Rolle der Mediation auf unterschiedlichen Ebenen in 7 Breakouts genauer beleuchtet: Von der Familie (Gerlind Martin), dem Arbeitsplatz (Thomas Flucher) einer ganzen Organisation (Sonja Hof, Hubert Wilczek) oder zwischen Unternehmen (Peter Notter) über partizipative Gruppenprozesse (Ursula König) und gesellschaftlichen Dialog (Ivo Scherrer, Hanna Israel) bis hin zur internationalen Ebene (Botschafter Thomas Greminger). Im abschliessenden Plenum bot Olga Klimecki eine neurobiologische Einordnung und ein Panel aus Nationalrätin Petra Gössi, Isabelle Chappuis, Matthias Zehnder sowie Maria-Laure Salles eine gesellschaftspolitische. Den Abschluss des Tages machte die Verleihung der FSM – Mediationspreise, die dieses Jahr an das Haus Tabea, das Departement BVU Kanton Aargau, sowie an Yvonne Hofstetter für ihr Lebenswerk gingen. 

Am zweiten Kongresstag wurde der Fokus mehr auf das eigentliche Berufsfeld der Mediation gelegt: Zum einen mit parallelen praktischen Workshops (Online Mediation, Theater der Untedrückten, Restaurative Justiz, Neurologie der Intuition, etc). Zum anderen mit einem Plenumstrack zu regulatorischen und berufspolitischen Umfeld: Andrea Staubli und Staatsratspräsidentin Christelle Luisier gaben ein Update über neueste Entwicklungen in der Mediation in der Schweiz. Gerry O’Sullivan (Irland) und Ivana Nincic (International Mediation Institute) setzen diesen Entwicklungen den internationalen Kontext. Im Panel «Mediation Quo Vadis» wurden die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung des Berufes skizziert und der neue Brand «Federation Suisse Mediation» lanciert. Den humoristischen Abschluss machte Ed Watzke, das «Enfant Terrible» der Mediation im deutschen Sprachraum. 

Nebst diesen vielen Inhalten wurden es auch diverse Networkingmöglichkeiten geboten, sei es am Dinner im Musée Olympique, dem «Breakfast with the speakers», oder den grosszügigen Kaffee- und Mittagspausen. 

Location

Mit dem Standort am Swisstech Convention Center in Lausanne hat der Kongress zudem die wichtige Rolle der Romandie für die Mediation in der Schweiz hervorgehoben – der Gastkanton Waadt z.B. leistet Pionierarbeit in diesem Bereich, mit Integration von Mediation in die Rechtshilfe, Mediationssprechstunden an Bezirksgerichten oder dem Pilotprojekt des «Cochem» Elternkonsensmodells. Diese Projekte wurden in einer Keynote von der Waadtländer Staatsratspräsidentin Christelle Luisier Brobard präsentiert und in einem Breakout zur Umsetzung des Modells in Westschweizer Kantonen vertieft. 

Teilnehmende

224 Personen nahmen am Kongress Teil. Dies ist vergleichbar mit früheren Kongressen des Verbands, aber weniger als für dieses Jahr geplant. 45% der Teilnehmenden kamen aus der Romandie. Ein Viertel der Teilnehmenden hatte keine Affiliation mit dem FSM oder seinen Mitgliedsorganisationen. Damit konnten wir unseren Anspruch erfüllen, mit diesem Kongress erstmals auch weit über den Kreis von MediatorInnen hinaus die wichtige Rolle der Mediation für unsere Gesellschaft zu diskutieren. Unter den 75% MediatorInnen, die am Kongress teilnahmen waren die verschiedenen Spezialisierungen (e.g. Wirtschaftsmediation, Familienmediation, etc.) ausgeglichen repräsentiert. 

Dank

Ein ganz herzliches Dankeschön möchten wir aussprechen: 

  • Allen Sponsoren, die diesen Kongress grosszügig durch finanzielle oder in-Kind Beiträge unterstützt haben.  
  • Den Mitgliedern des OK die unzählbare Stunden Freiwilligenarbeit geleistet haben.
  • Den Moderator:innen und Speaker:innen, welche gratis oder zu Freundschaftspreisen enorm wertvolle Beiträge geleistet haben.
  • Den Vorstandsmitgliedern des FSM und vielen weiteren Unterstützer:innen, welche im Hintergrund grossartige Unterstützung boten.
  • Unseren Partnern Wamag AG, Swisstech Convention Center, Eldora Catering, AVL Übersetzung und Musée Olympique, welche durch ihre hohe Professionalität einen gelungenen Kongress ermöglicht haben.

Pressemitteilung

Deutsch
Français

Präsentationen

Plenary

Klimecki Olga
Luisier Christelle
Ninčić Österle Ivana
Staubli Andrea
Gerry O'Sullivan (YouTube)
Mediationspreis – Laudatio Yvonne Hofstetter
Mediationspreis – Laudatio Haus Tabea
Mediationspreis – Laudatio Departement BVU Kanton Aargau

Workshops

Hof Sonja & Hubert Wilczek
Hanna Israel & Ivo Scherrer
König Ursula
Notter Peter
Clivaz Strehmel Laure
Vachoux Anne
Espinoza Floriane
Oppliger Daniela
Rickert Anne
Flucher Thomas

Fotoimpressionen

Hier gehts zur Galerie

Kongressprogramm

Kongressprogramm deutsch
Programme du congrès français

Organisationskomitee

Jonas Nakonz (Präsidium)
Christiane Brem
Amina Chaudri
Karin Frei
Pascal Gemperli
Lea Suter

Kontakt

jonas.nakonznoSpam@mediation-ch.noSpamorg
infonoSpam@mediation-ch.noSpamorg

Vergangene Kongresse

11. Schweizerischer Kongress der Mediation SDM-FSM – Luzern 2018

Am 15. und 16. Juni 2018 fand der 11. Schweizerische Kongress der Mediation SDM-FSM erstmals in der Zentralschweiz statt. Austragungsorte waren die Hochschule Luzern und die Universität Luzern. Im Mittelpunkt stand das Thema „Mediation und Behörden“.

Der Kongress widmete sich der Frage, welche Rolle Mediation und mediatives Handeln im Kontakt zwischen Behörden und Bürger:innen spielen können. Wie kann eine Behörde mediativ handeln? Wo liegen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von Mediation in behördlichen Verfahren? Diese Fragen wurden aus unterschiedlichen fachlichen und praktischen Perspektiven beleuchtet.

Bereits die Keynotes setzten wichtige Impulse. Franziska Bitzi Staub sprach über mediatives Handeln als Erfolgsfaktor für die Behördentätigkeit. Thomas Pfisterer beleuchtete Mediation, Einigung und Schlichtung im Verwaltungsverfahren des Bundes.

In den Workshops wurde das Thema auf konkrete Praxisfelder übertragen. Diskutiert wurden unter anderem Mediation in Umwelt- und Bauverfahren, im Gesundheitsbereich und im urbanen Raum. Auch die Frage nach angeordneten Mediationen sowie nach der konkreten Förderung von Mediation durch die Politik wurde auf Podien kontrovers diskutiert. 

Am zweiten Kongresstag standen unterschiedliche Wege der Konfliktbearbeitung, Mediation und Sprache sowie die Rolle von Mediator:innen an der Schnittstelle zwischen grossen Organisationen und Öffentlichkeit im Zentrum. Ein weiteres Podium widmete sich der Mediation im Dienst der öffentlichen Sicherheit und der Behörden.

Der Kongress war damit nicht nur eine Weiterbildung für Mediator:innen, sondern auch ein Ort für Begegnung, Erfahrungsaustausch und Vernetzung. Genau darin lag eine wichtige Stärke des alle zwei Jahre stattfindenden SDM-FSM-Kongresses: Mediation nicht nur als Methode, sondern als Haltung und als Beitrag zu einer konstruktiven Konfliktkultur sichtbar zu machen.

15 Stunden Weiterbildung, zahlreiche Impulse und viele Begegnungen machten den Kongress 2018 in Luzern zu einem wichtigen Treffpunkt der Schweizer Mediationslandschaft.